L. Thoma: Mein Haus ist dein Haus

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Ludwig Thoma: Mein Haus ist dein Haus. *

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Wir waren in den Ferien in Marokko. Marokko ist wundeschön! Und die Leute sind so nett. Und so gastfreundlich. Wirklich toll! Du gehst durch die Straßen, sie sehen dich und grüßen, und schon beginnt ein Gespräch: „Woher kommen Sie? Wie finden Sie unsere Stadt?“ Viele sprechen Englisch oder Fanzösisch und manche auch Deutsch. Die Kommunikation ist kein Problem. Immer wollen sie helfen. Sie erklären dir gerne den Weg, oft kommen sie auch mit und zeigen dir etwas: den Markt, die Moschee, das Stadttor. Und dann laden sie dich ein: nach Hause, zu einem Tee oder einem Essen. Sie stellen dir ihre Familie vor und du kannst gerne Fotos machen.

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Also wirklich, das ist Reisen! Faszinierend und so authentisch! Das Essen ist für uns natürlich sehr exotisch. So scharf! Aber man muss es mal probieren. Und dann schenken sie dir auch noch etwas: Souvenirs aus Marokko, eine Tasche, ein Tuch, einen Teller. Du musst nichts mehr kaufen. Das ist wirklich unglaublich: Sie sind so arm, aber sie geben und schenken alles und wollen nichts. Du willst sie einladen, bezahlen, aber das akzeptieren sie nicht. „Du bist unser Gast, mein Haus ist dein Haus“, das hört man die ganze Zeit.

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Jetzt sind wir wieder zu Hause. Wieder die Arbeit im Büro, wieder der Alltag. Aber wir haben ja die Fotos. Einige hängen im Wohnzimmer an der Wand. Der Teller steht auf dem Küchentisch. Mit Obst. Und mit der Tasche gehen wir manchmal einkaufen.

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Unten im Haus wohnt übrigens auch ein Marokkaner. Schon ein paar Wochen, oder Monate. Alleine, ohne Familie. Was macht er hier? Das wissen wir nicht. Wir treffen ihn manchmal, im Korridor oder auf der Straße. Auch er grüßt freundlich, auch er spricht wahrscheinlich ganz gut Deutsch. Aber er lädt uns nie ein.

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Zur Hörprobe

Z9

Aufbaukurs 3 Landeskunde in literarischen Texten

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